Die Entwicklung des Ex-Karstadt-Areals, das mittlerweile unter dem Begriff Novo behandelt wird, spielt für die Innenstadtentwicklung eine herausragende Rolle. Scheinbar sind bereits alle Entscheidungen gefallen. Dennoch meine ich, sollte kurz innegehalten werden und die Entwicklung sozusagen ganzheitlich betrachtet und dann auch neu bewertet werden. Deshalb will ich die Novopläne unter drei Aspekten betrachtet: 1. Stadtentwicklung/Stadtplanung, 2. Finanzielle Auswirkungen auf den städtischen Haushalt, 3. Probleme des politischen und demokratischen Prozesses.
1. Stadtentwicklung/Stadtplanung
Zweifellos notwendig ist ein Plan für die zukünftige Funktion der Innenstadt, wobei auch Aspekte des Klimaschutzes zu berücksichtigen sind, die bisher etwas unterbelichtet waren. Stadtplanerisch und funktional betrachtet gibt es bereits eine bedeutsame Reihe kultureller, wissenschaftlicher und kommunikativer öffentlicher Einrichtungen mitten im Zentrum, Defizite sind hinsichtlich Einkaufens und Aufenthaltsqualität unübersehbar, was zum Teil der langgestreckten Hauptstraße Bürgermeister-Smidt-Straße geschuldet ist. Noch wird „Shopping“ durchaus in hohem Maß geboten, allerdings erschwert dadurch, dass es auf der Bürgermeister-Smidt-Straße, der „Unteren Bürger“ von der Columbus-Center Shoppingmall mit dem Charme der 1970er Jahre in der „Oberen Bürger“ getrennt ist. Hinzu kommt noch die Shoppingmall des „Moin Outlet“ in den Havenwelten, die hauptsächlich über die Glasbrücke mit der Innenstadt verbunden ist. Diese Funktionsaufteilung der Innenstadt hat das „Einzelhandelskonzept für die Seestadt Bremerhaven“ der CIMA-Beratung + Management GmbH von 2016 überzeugend herausgearbeitet, in dem wichtige und richtige Ziele für die Innenstadtentwicklung dargestellt wurden.
© Cima 2016
Fachlich weiterentwickelt wurden die in dem Einzelhandelsgutachten vorgenommenen Einteilungen in dem von der Agentur Urbanista moderierten umfangreichen Beteiligungsprozess mit dem Titel „Innenstadt neu denken“, der 2022 mit einem ganzen Bündel von Vorschlägen endete.
Titelblatt der Urbanista-Broschüre 2022
Dabei wurden nicht nur 20 von Bürgerinnen und Bürgern genannte Maßnahmen mit unterschiedlichem zeitlichem Horizont aufgelistet, sondern in einer fachlich begründeten Einordnung auch drei „Starke Beiträge“ als besonders wichtig genannt. Das waren:
1. ein „neuer Anker“ (Ex-Karstadt): „Kaum ein Projekt symbolisiert den Wandel des Stadtzentrums in ähnlicher Weise. Die Realisierung einer zeitgemäßen Mischnutzung auf dem Karstadt-Areal hat das Potenzial zum neuen Highlight der Stadt und zur Signalwirkung für weitere Investitionen.“
2. ein „Bremerhaven-Haus“ (Hanse Carré): „Ein neuer Gemeinschaftsort rund um Wissen, Begegnung und Kommunikation kann einen fundamentalen und wirkungsvollen Beitrag zur langfristigen Entwicklung der Innenstadt leisten. Auch wenn das Projekt groß und komplex erscheint und sowohl ein neues Betriebsmodell als auch erhebliche öffentliche Mittel erfordert – sein Social Return kann erheblich sein.“
3. ein Stadtboulevard Columbusstraße: „Ohne eine Auseinandersetzung mit der Columbusstraße wird die Innenstadt ihre Potenziale nicht vollständig ausspielen können. Durch die immense Trennwirkung und die negativen Effekte auf die Raumwahrnehmung und die Raumqualität der Innenstadt behindert diese Verkehrsschneise einen sozialen und ökonomischen Wandel der Innenstadt eher, als dass sie ihn durch ihre Zubringerfunktion unterstützt.“ (Zitate aus „Innenstadt neu denken“)
Die ausführliche Darstellung dieser und weiterer Projekte wurde in einer Broschüre zusammengefasst: https://www.bremerhaven.de/de/leben-arbeiten-gesundheit/buergerdialog/innenstadtentwicklung/integriertes-innenstadtkonzept.139546.html
Das Konzept des „Neuen Ankers“ war stark an die Pläne des NZ-Verlegers für ein Medienzentrum gebunden. Nach dessen Absage und auch nach dem Scheitern eines anderen privaten Investors entschieden sich der Magistrat und die politische Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung dafür, die der Stadt gehörende Wohnungsgesellschaft Stäwog mit der Entwicklung des Areals zu beauftragen. Schnell stand die Idee im Mittelpunkt der Überlegungen, auf dem Areal eine neue Stadtbibliothek und ein neues Jugendgästehaus zu errichten. Die damit im Zusammenhang stehende (Schnaps-)Idee einer Sichtachse, also einer Diagonale auf dem ehemaligen Karstadtareal lasse ich jetzt und hier außen vor (wer sich dafür interessiert, wird hier fündig: https://www.heigenmoosers-wortmanufaktur.de/2025/03/26/das-märchen-von-der-sichtachse/).
Mit der Entscheidung (in welchen politischen Gremien wurde das überhaupt erörtert?) für Stadtbibliothek und Jugendherberge auf dem Ex-Karstadt-Areal wurde der Mietvertrag der zurzeit im Hanse-Carré sich befindenden Stadtbibliothek zum Jahr 2029 gekündigt. Dadurch entstand der (vermeintliche) Sachzwang, bis dahin unbedingt ein neues Gebäude für die Stadtbibliothek bauen zu müssen. Verbunden damit war dann auch, dass die im Urbanista-Prozess „Innenstadt neu denken“ beschriebene Lösung eines „Bremerhaven-Hauses“ als Gemeinschaftsort rund um Wissen, Begegnung und Kommunikation gestrichen wurde. Was im Cima-Gutachten als Gastro- und Freizeit sowie als Wissensquartier beschrieben wurde, war damit fahrlässig aufgegeben worden, ohne eine Alternative für diesen wichtigen Ort zu benennen.
Soetwas nennt man einen stadtplanerischen Sündenfall.
Das war der Sündenfall Nummer eins.
Und es gab bzw. gibt noch ein Problem, das bei den gegenwärtigen Planungen entstanden ist: Der Zugang zur Columbus-Center-Shoppingmall. Dass der Zugang dazu bereits mit den ziemlich konfusen Abrissarbeiten (verantwortlich ist die BIS) des Karstadtgebäudes geschlossen wurde, hat der Shoppingmall bereits massiv geschadet. Dazu passt, dass die mittlerweile aufgegebenen Pläne des Architekturbüros Gerber im Auftrag eines Investors (Heinig-Holding) und nun die Pläne des Architekturbüros blrm im Auftrag der Stäwog bislang überhaupt keinen Zugang zur Shoppingmall vorsehen.
Das ist der stadtplanerische Sündenfall Nummer zwei.
Denn der Zugang zur Shoppingmall wäre wichtig zur Mall selbst, aber auch als Verlängerung zur Glasbrücke zum Klimahaus und zum Mein Outlet als eine wichtige Achse von den Havenwelten zur Innenstadt und umgekehrt. Diese Verbindung war als ein wichtiges Element des „Shoppingquartiers“ im Cima-Gutachten identifiziert worden. (Kleiner Einschub: Bei der Gestaltungswerkstatt für den Neubau eines Medienzentrums im Auftrag des NZ-Verlegers wurde von den Fachleuten viel Zeit verbracht mit der Frage eines optimalen Zu- und Abgangs zum und vom Columbus-Center, übrigens mit einer interessanten Lösung…)
Was wäre also zu tun?
Aus stadtplanerischer Sicht müsste zum einen das Thema „Bremerhaven-Haus“ mit seiner Bedeutung für den Theodor-Heuss-Platz und seinen bereits bestehenden „Dritten Orten“ (Stadtbibliothek, Stadttheater, Cinemotion, Kunstmuseum und Kunsthalle sowie Gastronomie) wieder in den Blick genommen und nach neuen Entwicklungsmöglichkeiten gesucht werden. Zum anderen müsste aus den Planungen für das Novo der Druck herausgenommen werden. Das wäre wichtig, um keinen Rohrkrepierer zu schaffen, was zum Beispiel droht angesichts der sinkenden Nutzerzahlen in der Stadtbibliothek und dem baulich-inhaltlichen Abspecken der Funktionen des Neubaus aus Gründen der Wirtschaftlichkeit, sprich der Begrenzung der Baukosten.
Es wäre in dieser Situation gut, sich an die Konzeptstudie des Stadtplanungsbüros „de zwarte hond“ zu erinnern, das deutlich gemacht hat: „Für die Umsetzung des Leitbildes für die Innenstadt braucht es viel Geduld.“ (Konzeptstudie MP1„Anbindung der Innenstadt an die Havenwelten“ 2024) Deshalb schlagen deren Stadtplaner vor, auf der freien Fläche nach dem Abriss des Karstadtgebäudes (wann immer er erfolgt sein wird!) „einen temporären Wald anzulegen. Damit kann die Zwischenzeit überbrückt werden und es entsteht ein Mehrwert für die Innenstadt, der gar touristisches Interesse wecken könnte.“
© de swarte hond 2024
1. Finanzielle Auswirkungen der Novo-Pläne auf den städtischen Haushalt
Bedauerlicherweise ist es, entgegen der Meinung vieler Fachleute, nicht gelungen, den Altbau des ehemaligen Karstadtgebäudes zu erhalten und neu zu entwickeln. Das hätte viel Geld sparen können. Allerdings ist der Abriss eine Tatsache, die nicht mehr umkehrbar ist.
Denn am 22. 1. 2026 wurde für das Projekt ein Vertrag für das IPA-Verfahren (Integrierte Projekt-Allianz) unterzeichnet. Dass ein solches Allianzverfahren für einen derart zentralen Ort angemessen und überhaupt rechtlich möglich ist, scheint zweifelhaft zu sein. Eine interessante Lektüre bietet dazu die Erörterung des Sprechers der Stadtteilkonferenz Mitte, Ralf Ekrowski, der sich dank seiner Expertise als Rechtsanwalt mit dem Thema juristisch-politisch auseinandergesetzt hat (https://ekrowski.net/2026/06/05/novo-und-die-demokratie-in-bremerhaven/). Wie auch immer, mit der Bildung der Projektallianz ist das Projekt in die konkrete Planungsphase eingetreten.
Mit dem Beschluss der Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung aus SPD, CDU und FDP vom 26. 6. 2024 wurden für den Beginn dieses Allianzverfahrens erst einmal 8 Mio. Euro für die Planung bereitgestellt, die bei Realisierung des Gesamtprojekts in den Gesamtkosten des Projekts aufgehen sollen. Bei Nichtrealisierung sind die 8 Mio. Euro verloren. Ob der Allianzvertrag überhaupt Vorbehaltsklauseln, also Bestimmungen der Vertragsauflösung bei fehlender politischer Zustimmung, enthält, ist eine bislang ungeklärte, aber wichtige, weil gegebenenfalls teure Frage.
Zusätzlich zu den Planungsmitteln sind dann 68 Mio. Euro für die Realisierung in Aussicht gestellt worden, wofür es allerdings neuerlicher Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung bedarf (ob noch von der derzeit amtierenden oder der neu im Mai 2027 gewählten Stadtverordnetenversammmlung, sei dahingestellt). Denn der Betrag von 68 Mio. Euro ist noch nicht belastbar. Geht man davon aus, dass für die Realisierung (vgl. Tischvorlage [!] Nr. V 44/2025 Innenstadt Neu denken: Ergebnisse der Machbarkeitsstudie für die Entwicklung des ehem. Karstadt-Areals …) des Novo tatsächlich rund 75 Mio. Euro ausreichen (die entsprechende Machbarkeitsstudie von Gerber-Architekten geht von Gesamtkosten in Höhe von 90 Mio. Euro aus, davon wurde auch jüngst in der „Jurysitzung“ gesprochen), bedeutet das für den Haushalt der Stadt Bremerhaven, dass damit spätestens ab 2029 für 30 Jahre jährlich mindestens 1,57 Mio. Euro mehr für die Miete der Räumlichkeiten der Stadtbibliothek aufgebracht werden müssten als gegenwärtig. Dabei sind allerdings die Finanzierungskosten für die 75 bzw. 90 Mio. Euro noch nicht enthalten! Insofern wird man wohl von jährlichen Mietkosten von um die 3 Mio. Euro ausgehen müssen.
Die Folge: Mit einer solch bedeutsamen finanziellen Verpflichtung über drei Jahrzehnte werden die Spielräume für sog. freiwilligen Leistungen der Kommunalpolitik erheblich eingeschränkt. Die Konsequenz sind Kürzungen beispielsweise bei Zuschüssen für Sportvereine, für ehrenamtliches Engagement nicht zuletzt im Sozial- und Jugendbereich (z. B. Villa Dohrmann!), für das Stadttheater, für die freien Kulturinitiativen, für die Quartiersmeistereien sowie für wichtige städtebauliche Projekte, exemplarisch sei der Umbau der Kaistraße im Rahmen des Stadtumbaugebiets „Geestemünde geht zum Wasser“ genannt, der schon im September 2025 wegen Geldmangels trotz Planungsreife von der Koalition beendet wurde. Diese Aufgaben sind sozusagen der Bereich, in dem Politik vor Ort noch wirklich gestalten kann und in dem sich nicht zuletzt die Lebensqualität und das Image einer Stadt zeigen, die so wichtig für den Zusammenhalt einer städtischen Gesellschaft sind.
Ich bin mir sicher, dass in einem Flächenland die jeweilige Kommunalaufsicht ein derartiges Projekt zum einen wegen des Verfahrens (s. o. im Blog von Ralf Ekrowski), zum anderen aber auch wegen der damit einhergehenden langfristigen finanziellen Verpflichtungen stoppen würde. Klar, hier sieht es so aus, als ob die Stadt keine neuen Schulden für eine Investition machen müsste (weil die sozusagen auf die Stäwog verschoben wurden), aber faktisch findet eine erhebliche finanzielle Belastung durch die Mietzahlungen statt, die den Haushalt zu strangulieren drohen.
2. Problem des politischen und demokratischen Prozesses
Abgesehen davon, dass die Novo-Vorlage in der Stadtverordnetenversammlung ohne vorherige Befassung in einem Ausschuss als Tischvorlage (!), also ohne vorherige Beratung und Diskussion der komplexen Angelegenheit im politischen Raum beschlossen wurde, ist das IPA-Verfahren eine Form der Entdemokratisierung, die bemerkenswert ist. Denn mit Unterzeichnung des Allianzvertrags hat keiner außerhalb dieser Allianz irgendetwas zu sagen. Kein Oberbürgermeister, kein Bürgermeister, kein Stadtrat und keine Stadtverordneten. Die Herren des Verfahrens sind jetzt nur noch die Geschäftsführer von Stäwog und BIS. Und die sind durch den Allianzvertrag gebunden.
Welche Konsequenzen das hat, zeigte sich aktuell mit der sogenannten Jurysitzung am 29. 5. 2026. Dort wurden nicht, wie es bei öffentlichen Bauvorhaben dieser Bedeutung eigentlich Standard ist, Entwürfe aus einem (offenen oder beschränkten) Architektenwettbewerb vorgestellt, sondern lediglich drei Varianten des Architekturbüros blrm aus Hamburg, das, wie und warum auch immer, Mitglied der Projektallianz ist.
Bremerhaven hat eine lange Tradition ambitionierter Architektenwettbewerbe, ich erinnere hier nur an den zur Hochschule, den Gottfried Böhm gewonnen hatte, so dass die Stadt durchaus bemerkenswerte Architektur bei öffentlichen Gebäuden vorzuweisen hat (neben Böhm sind das u. a. O. M. Ungers, Peter Paul Schweger, Otto Steidle, Max Dudler).
© Magistratspressestelle 2026
Herausgekommen ist, soweit man das anhand des Styropormodells beurteilen kann, im wahrsten Sinn des Wortes ein Baukasten, also Bauklötzchen ein bisschen aufeinander und nebeneinander. Über Materialien ist noch nichts bekanntgeworden. Und ohne Verbindung zum Columbus-Center. Mit diesem Verfahren gibt es keinen echten Wettbewerb, sondern nur eine Wettbewerbssimulation, weil alle Entwürfe aus einem Büro kommen. Deshalb ist auch der Begriff Jurysitzung ein Etikettenschwindel, weil es letztlich keine Siegerin oder keinen Sieger zu küren gab. Der Gewinner stand von Anfang an fest. Und der hat den Auftrag, nachzuarbeiten. Hm. Und wem legt er dann seinen nachgearbeiteten Entwurf vor? Von einer neuerlichen „Jurysitzung“ ist bislang nichts bekannt.
An dieser Sitzung waren neben reputierlichen Fachleuten auch allerlei Leute „aus der Stadtgesellschaft beratend dabei: allein 15 Vertreter des Magistrats und der städtischen Politik plus Teilnehmer der Kaufmannschaft, der Stadtteilkonferenz, der Handelskammer, des ASTA der Hochschule, der Architektenkammer und der Evangelischen Kirche“ (PM des Magistrats vom 1. 6. 2026). Tatsächlich waren von den Vertretern der städtischen Politik nur Vertreter der Koalitionsfraktionen dabei. Opposition oder kritische Leute aus dem Bereichen Hotellerie oder Architektur wurden vorsichtshalber nicht eingeladen. Das ist ein Zeichen bemerkenswerter Schwäche.
Die Pressemitteilung des Magistrats spricht von einem einstimmigen Beschluss für den Entwurf von blrm. Das Ergebnis der Diskussion als einstimmig zu bezeichnen, ist aber Demokratiesimulation. Teilnehmer sprechen nämlich davon, dass es gar keinen richtigen Beschluss gegeben habe, insofern sei der Begriff Einstimmigkeit beschönigend, denn sie berichten, dass es von den Fachleuten durchaus grundsätzliche Kritik an dem vorgelegten Entwurf gegeben habe, die sich dann quasi enthalten hätten. Einwände seien jedoch immer mit dem Verweis auf die notwendige Wirtschaftlichkeit schnell beseitigt worden.
Wie auch immer, mit Beginn des Allianzverfahrens (IPA) hat sich „die Politik“ verabschiedet und nichts mehr zu melden. Die Stadtverordneten können wohl allenfalls nach Fertigstellung der gesamten Planung nur noch zustimmen oder ablehnen (wenn das die Verträge zulassen!). Stadtverordnete, von denen wahrscheinlich einige, wenn nicht sogar viele nach dem 30. Mai 2027 keine Stadtverordnete mehr sein werden. Aber sie treffen dann schnell noch weitreichende Entscheidungen, ohne Mitsprache im Prozess gehabt zu haben.
Fazit: Jetzt ist ein Umsteuern noch möglich, auch wenn das nicht ganz billig wird. Aber deutlich billiger als eine dreißigjährige teure Bindung. Vielleicht sollten sich die Verantwortlichen an die Diskussionen um das sogenannte Mehrstufenheim 1980 und 1981 erinnern, das als VI. Bauabschnitt und damit als nördlicher Abschluss des Columbus-Centers geplant war. Dafür war auch schon ein Millionenbetrag für die Planung ausgegeben worden, jedoch brachte die damalige SPD (nach intensiven Diskussionen) die Kraft auf, auf die Umsetzung zu verzichten, so dass ein zweistelliger Millionenbetrag den Haushalt nicht mehr auf Jahre binden konnte. Weil mit der heraufziehenden Werftenkrise das Geld dafür dringender benötigt wurde…
Diese Kraft zum Umsteuern würde ich mir auch heute wünschen.